MarianneMature

„Ein Stück Bienenstich und zwei mal Streuselkuchen.“
Herta stand vor der Auslage und deutete mit dem Finger auf das Gebäck. Sie hatte den Laden geschlossen und war auf dem Weg zu ihrer Schwester. Nach all der Aufregung brauchte sie erst mal eine Tasse Kaffee. Und jemanden zum Reden.
Marianne hob das Gebäck aus der Auslage, schlug es in Fettpapier ein und schob es in eine braune Papiertüte.
„Sonst noch etwas?“
„Nein, danke.“
„Zwei Euro fünfunddreißig.“
Herta knipste ihre Geldbörse auf und gab es dem Mädchen passend. Dann nahm sie die Papiertüte vom Tresen und schob sie in ihren Einkaufsbeutel. Sie nickte den beiden zu und ging aus dem Laden.
Die Tür schwang zu, und Mariannes Blick wanderte über die Auslage. Sie spitzte die Lippen und griff sich ein Teilchen. Schnaufend schwang sie ihren schweren Po auf den Hocker und biss ins Gebäck. Das Mädchen wischte mit einem feuchten Tuch über den Tresen.
„Hast du denn heute die Tomate ins Brötchen gelegt?“
„Welche Tomate?“, fragte das Mädchen.
„Na, die von dem Doktor!“
Das Mädchen tauchte den Lappen ins Wasser, wrang ihn aus und wischte erneut über den Tresen. Marianne schaute ihr zu und kaute vergnügt auf dem Teilchen.
Nach einer Weile sagte sie schmatzend:
„Da wird der Doktor sich freuen! Gestern hat er mir noch gesagt, er möchte eine Tomate. Und heute hast du sie schon wieder vergessen!“

The End

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