WolfgangMature

„Halb so wild, das ist nur ‘ne Fleischwunde.“, sagte Wolfgang, als er den letzten Stich nähte, „Sie müssen das Bein ruhig halten, bis die Wunde verheilt ist.“
„Muss ich im Bett bleiben?“
„Nein, aber zu Hause. Außerdem sollten Sie sich eine neue Kettensäge kaufen. Wie alt ist denn das Gerät?“
„Keine Ahnung. Fuffzehn Jahre hat die sicher schon auf dem Buckel.“
„Fünfzehn Jahre? Nicht eher zwanzig? Wer baut denn heute noch Kettensägen, die man mit einer Hand bedienen kann?“
„Nee, mit einer Hand läuft die nicht. Da stoppt der Motor. Aber die Kette war noch am ausrollen. Ich wollte einen Ast zur Seite packen, da habe ich mir ins Bein gesägt.“
„Mit einem neuen Modell wäre ihnen das nicht passiert“, sagte Wolfgang, „da bremst die Kette automatisch. Früher waren solche Unfälle sehr häufig.“
Das Mädchen klebte ein Stück Mull über die Wunde. Wolfgang zog sich die Plastikhandschuhe von den Fingern und legte sie in die Nierenschale, zu der Nadel und der Zange und den blutigen Tupfern.
„Wollen Sie ein Mittel gegen die Schmerzen?“
„Wird‘s weh tun?“
„Nicht sehr, aber nach ein paar Tagen fängt‘s an zu jucken. Kommen Sie in zwei Tagen noch mal vorbei. Ich will sehen, ob sich die Wunde entzündet.“

The End

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