Das MädchenMature

Der elektrische Draht funkte, und mit einem Knall fiel eine tote Fliege senkrecht zu Boden. Zwei Meter weiter stand ein blondes Mädchen und belegte Käsebrötchen. Es schnitt die Brötchen in zwei Hälften, beschmierte sie mit Margarine, legte eine Scheibe Käse darauf und klappte sie wieder zusammen. In einem Karton stapelten sich die fertigen Brötchen. Noch ein halbes Dutzend, und dann könnte sie Pause machen.
„Wenn du fertig bist, dann feg mal den Laden!“
Marianne, die zweite Verkäuferin, marschierte zur Kasse. Sie schlug ein Geldröllchen nach dem anderen am Kassenrand auf und ließ die Münzen ins Kleingeldfach purzeln. Sie kam gerade zurück von ihrem morgendlichen Besuch bei der Bank.
Die beiden Kolleginnen hätten unterschiedlicher nicht sein können: Das blonde Mädchen war zierlich und schlank. Es hatte eine knabenhafte Figur und langes, leuchtendes Haar. An Marianne war alles kräftig und deftig. Sie hatte saftige Schenkel, ausladende Pobacken, üppige Brüste und kurzes, dauergewelltes Haar. Sie waren einander so ähnlich, wie eine Salzstange einer Schwarzwälder Kirschtorte.
Marianne bückte sich und hievte den Käsebrötchen-Karton auf den Tresen.
„Du hast die Tomate vergessen.“, schnaufte sie.
„Welche Tomate?“
„Auf dem Brötchen von Doktor Schneider.“
Das Mädchen klappte das letzte Käsebrötchen zusammen und legte es in den Karton zu den anderen.
„Wann habe ich das geschmiert?“
„Gestern morgen, so gegen sieben. Darauf musst du achten, Mädel, der Doktor isst keine Gurken!“
„Hat er angerufen?“
„Nein, aber ich habe ihn getroffen. Gestern Abend. Er war im Supermarkt. Eine Frau ist umgekippt, und er ist gekommen.“
„Hat sie sich verletzt?“
„Nee, ich stand ja im Weg.“
Marianne lachte laut und schüttelte ihre schweren Brüste.
„Die Frau ist nicht hart gefallen. Bin ja gepolstert.“
Das Mädchen schaute verlegen zur Seite. Es holte den Besen aus dem Spint und begann, den Fußboden zu fegen.

The End

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