Part I

Die Nacht war kalt. Ebenso meine Hände, die ich zu Fäusten geballt und mit weisen Knöcheln in meinen Jackentaschen vergrub. Feiner Nebel stieg mit jedem meiner Atemzüge in das mit Lichtpunkten übersäte Schwarz des Nachthimmels auf. Eisiger Wind strich mir mit scharfen Klingen durchs Gesicht. Stille.

„Wo bin ich? Und was mach ich hier?“ Eine Frage, bei der ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht die geringste Ahnung hatte, wie lange ich sie nicht würde beantworten können.

Es muss wohl irgendwann im Dezember gewesen sein und das einzige was ich als Anhaltspunkt vorzuweisen hatte waren eine abgegriffene Visitenkarte mit der Aufschrift „JAKE’s INN, ONE HOUR/ONE DOLLAR“ (die Adresse war nicht mehr zu entziffern), und ein mordsmäßiges Schädelsausen.

Der Mond tauchte die Welt in kaltes Blau.  Ich befand mich auf einer schmalen Landstraße, auf deren Asphalt die Zeit bei ihrer Durchreise ein weitläufiges Labyrinth aus zentimeter breiten Rissen hinterlassen hatte. An den Rändern wuchsen vereinzelt kleine Pflanzen und verdorrte Grasbüschel, die eine  natürliche Grenze zu dem dahinterliegenden Ödland zu bilden versuchten. Ich entschied mich für eine Richtung und setzte mich auf zittrigen Beinen in Bewegung.

The End

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